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Spiel der Gegensätze
Sonatenabend mit Boris Kottmann und Ronald Fries im Büsingpalais
„Oft ziehen sich Gegensätze an. Das sah und hörte man beim Sonatenabend im Offenbacher Büsingpalais. Am Flügel saß der Bieberer Ronald Fries, oft kraftvoll dynamisch agierend, mit Leidenschaft und großartiger Technik den Schönklang seines Instruments auskostend. An der kostbaren Guarneri frönte der Hofheimer Geiger Boris Kottmann meist dem Feinsinn, der Verinnerlichung und dem zarten Strich. Beide Protagonisten verbanden hohe Musikalität, fast blindes Verständnis und Verzicht auf leeres Klanggeprotze.
Freilich wirkte Johann Sebastian Bachs Duosonate E-Dur (BWV 1016) auf Originalklangliebhaber etwas fremd, was nicht nur am Ersatz des Cembalos durch ein voluminöses Pianoforte lag. Jenes machte den begleitenden Akkordsatz noch vollgriffiger, Dreiklänge noch runder, Motive noch dichter. Aber der eher in Romantik und Klassik beheimatete Pianist zeigte Imitationen, kontrapunktisches Einfühlungsvermögen und perfekte Triolenmotorik. Die Geigenoberstimme hatte freilich das Sagen. Weit und filigran spannte Kottmann das Figurenwerk, zelebrierte Polyphonie und brachte Melodielinien zu innigem Singen.
Die Rollenverteilung änderte sich bei Ludwig van Beethovens Sturm und Drang Sonate c-Moll op. 30 Nr. 2 grundlegend. Fries war in seinem Element, in virtuosen Griffen stürmte er temperamentvoll vorwärts. Kottmanns Saitenspiel hatte es dagegen nicht leicht. Stillere Passagen nutzte er, um aus Dramatischem in hellste melodische Gefilde aufzusteigen.
Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Salzburger Violinsonate B-Dur (KV 378), 1781 als Opus II in Wien erschienen, waren die Parts eher gleich verteilt. Dass diese beredten Zwiegespräche den stärksten Beifall erhielten, lag sicher auch an der eingängigen, zuweilen fast liedhaften Motivik. Johannes Brahms’ oft lyrische Sonate A-Dur op. 100 für Violine und Klavier setzte den Schlussstrich unter ein würdiges Konzert zum Tag der Deutschen Einheit.“
Offenbach-Post, Oktober 2010

Philippsruher Schlosskonzert im Park
„Zwischen diesen beiden barocken Werken spielte der Geiger Boris Kottmann im Duo mit Olaf van Gonnissen einen Tango von Astor Piazzolla. Der faszinierend sprechende Ton des Geigers und seine Korrespondenz mit dem räumlichen Klang der Gitarre hinterließen beim Publikum Reaktionen der Bewunderung.“
Offenbach Post, Juni 2010